Veröffentlichung in der NDZ – „Nordeon-Krise: Investor gesucht“

SPRINGE. Der Springer Leuchten-Hersteller Nordeon kommt nicht zur Ruhe: Nach einem ersten Insolvenzantrag im Vorjahr und einem massiven Stellenabbau ist die Zukunft des Standorts unsicherer denn je. Ein Investor soll nun helfen. Vor einigen Tagen hat das Springer Unternehmen, das seit dem Vorjahr unter dem Namen „Nordeon Lighting Solutions“ arbeitet, einen neuerlichen Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigt der vorläufige Insolvenzverwalter Moritz Sponagel aus Hannover. Grund für die schwierige finanzielle Situation sei die weltweite Chipkrise: Bestimmte elektronische Bauteile seien nicht oder nur schwer zu bekommen.

Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb mit 94 Mitarbeitern aufrecht zu erhalten, so Sponagel. Wie lange das gelingt, ist aber noch unklar: Eine Prognose über die langfristige Zukunft des Unternehmens wolle er noch nicht abgeben, so Sponagel: „Dazu ist es noch zu früh.“ Zunächst sollen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter bis zum Jahresende über Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Langfristig will Sponagel einen Investor finden, der den Betrieb übernimmt – inklusive Kundenstamm, Inventar und Aufträgen.

Im April 2020 hatte Nordeon bereits einen ersten Insolvenzantrag gestellt – damals wickelte das Unternehmen das Verfahren aber in Eigenregie ab. Am Ende wurden gut 100 von 160 Arbeitsplätzen abgebaut und das Unternehmen umstrukturiert. Auslöser damals, teilte die Geschäftsführung mit, sei die Coronakrise gewesen. Zuletzt stieg die Zahl der Mitarbeiter wieder und Anfang des Jahres gaben die Verantwortlichen noch ehrgeizige Ziele für 2021 aus – etwa in Umsatzwachstum von 50 Prozent. Doch auch damals schon die Sorge, es werde durch Corona „zunehmend schwieriger, Teile für den Produktionsprozess einzukaufen.“

Nordeon hatte 2012 den bisherigen Philips-Standort an der Rathenaustraße (früher AEG) übernommen. Hinter der Firma steckte der niederländische Investor Varova; im Laufe der Jahre übernahm Nordeon weitere Leuchtenunternehmen – etwa Hess aus Süddeutschland sowie Wila und Schmitz aus dem Sauerland. Die Nordeon Group als Konzernmutter, die nicht vom Insolvenzverfahren betroffen ist, hat neben Springe auch Standorte in Spanien, Großbritannien, Frankreich, in den Niederlanden, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Standort hatte immer wieder mit schwierigen Situationen zu kämpfen. Immer wieder mussten die Investoren Verluste ausgleichen oder gar durch sogenannte harte Patronatserklärungen das Fortbestehen von Nordeon absichern.

Quelle: Neue-Deister-Zeitung, veröffentlicht am 15. Oktober 2021

Veröffentlichung in der NDZ – „Es gibt genügend Aufträge“

SPRINGE. Der lanfristige Erhalt des Nordeon-Standorts in Springe wird eine Herausforderung. Das sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Moritz Sponagel im Gespräch mit der NDZ. In der vergangenen Woche hatte die Neue Deister-Zeitung vom neuerlichen Insolvenzantrag des Leuchtenunternehmens berichtet. Anders als im vergangenem Jahr, als Nordeon ein Insolvenzverfahren in Eigenregie abschloss, seien die Voraussetzungen für ein solches Vorgehen dieses Mal nicht gegeben, so Sponagel. 2020 hatte sich das Unternehmen umstrukturiert und gut 100 Stellen abgebaut. Sponagel hatte betont, Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb langfristig zu erhalten – samt der zwischenzeitlich wieder auf 94 Mitarbeiter gewachsenen Belegschaft. Deren Gehalt soll bis Ende des Jahres erst einmal über das Insolvenzgeld abgedeckt werden. Bislang war Nordeon in Springe von einem niederländischen Investor über Wasser gehalten worden, der über die Jahre erheblich zugeschossen und Verluste ausgeglichen hatte. Dieser stehe in Zukunft aber nicht mehr zur Verfügung – Ende 2020 lief eine entsprechende Zusicherung für Zahlungen aus.

Sponagel betonte noch einmal, das Problem sei nicht die Auftragslage des Springer Standorts: „Es gibt genügend Aufträge.“ Zuletzt habe aber die weltweite Lieferkettenkrise dem Unternehmen zu schaffen gemacht: „Es reicht ja manchmal, wenn ein Teil wie ein Computerchip fehlt.“

Nordeon war 2012 aus dem früheren Philips-Standort entstanden. Zuvor war dort jahrzentelang die Firma AEG ansässig. Das Werk eröffnete im Februar 1962.

Quelle: Neue-Deister-Zeitung, veröffentlicht am 15. Oktober 2021

Veröffentlichung in InsolvenzPortal – „bpa media GmbH hat Insolvenzantrag gestellt“

bpa media GmbH hat Insolvenzantrag gestellt

Vorläufiger Insolvenzverwalter Dr. Moritz Sponagel führt Betrieb fort

Der Rechtsanwalt und Betriebswirt Dr. Moritz Sponagel wurde am 16. Februar 2021 vom Amtsgericht Hameln zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der bpa media GmbH in Hameln bestellt, nachdem die Gesellschaft einen Insolvenzantrag gestellt hat.

 

Dr. Sponagel hat sich umgehend einen ersten Überblick über die Situation des Betriebes in Hameln verschafft. Er wird den Geschäftsbetrieb mit 27 Mitarbeitern vollständig aufrechterhalten. „Im Moment gibt es keinen Anlass zur Sorge: Der Geschäftsbetrieb wird im vollen Umfang aufrechterhalten“. Eine Prognose über die langfristige Zukunft der bpa media GmbH mag der vorläufige Insolvenzverwalter zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgegeben. „Dazu ist es einfach noch zu früh“, so Dr. Sponagel.

 

Hier ist beabsichtigt, die Löhne und Gehälter der angestellten Mitarbeiter für die Monate Januar 2021 bis einschließlich März 2021 vorzufinanzieren.

 

Erste Sanierungsmaßnahmen wurden bereits eingeleitet und Verhandlungen geführt. Dr. Sponagel: „Derzeit sehe ich gute Möglichkeiten für den Erhalt des Geschäftsbetriebes im Wege einer übertragenen Sanierung.“ Der vorläufige Insolvenzverwalter sucht nun nach einem Investor der den Betrieb weiterbetreiben möchte. Kundenstamm sowie Inventar sind vorhanden.

Veröffentlichung in NOZ – „Das Möbelhaus Hartmann in Detern ist insolvent“

Das Möbelhaus Hartmann in Detern ist insolvent

Detern / Völlenerfehn. Das Möbelhaus Hartmann in Detern hat Insolvenz angemeldet. Unterdesssen warten Kunden des Unternehmen vergeblich auf bestellte und angezahlte Möbel und Küchen.

„Herzlich willkommen beim Möbelhaus Hartmann in Detern, zurzeit sind alle unsere Mitarbeiter im Gespräch oder Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an“, teilt eine fröhlich klingende Frauenstimme mit. Es wird noch auf die Öffnungszeiten verwiesen, die auf der Homepage des Unternehmens veröffentlicht sind – mehr nicht. Über das, was passiert ist, erfährt der Anrufer nichts. Die Firma ist zahlungsunfähig. Inhaber Björn Hartmann hat einen Insolvenzantrag gestellt. Der Rechtsanwalt und Betriebswirt Dr. Moritz Sponagel aus Bremen wurde am 29. Januar 2021 vom Amtsgericht Leer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Neun Mitarbeiter des Möbelhauses bangen um ihre Jobs.

7000 Euro angezahlt, aber die Küche wird nicht geliefert

Darüber hinaus warten Kunden auf die Auslieferung ihrer bestellten und zum Teil bereits bezahlten Möbel und Küchen. Zu ihnen gehört Nicola Mende aus Völlenerfehn. Über eine Zeitungsanzeige waren sie und ihr Mann im vergangenen November auf eine Rabattaktion des Deterner Möbelhauses aufmerksam geworden. Seinerzeit waren Küchen zum Messepreis angeboten worden. Das Ehepaar suchte sich eine Küche aus und zahlte die Hälfte des Kaufpreises an: fast 7000 Euro. Seither warten Mendes darauf, dass der Möbelwagen von Hartmann bei ihnen vor fährt und ihre Küche geliefert wird. „Ich bin inzwischen überzeugt, dass das nicht mehr geschieht, und ob wir das Geld zurückerhalten, steht ja wohl auch in den Sternen“, sagt Nicola Mende.

Kundin ist zutiefst verärgert

Eine neue Küche haben die Völlenerfehner immer noch nicht. Dafür fehle ihnen im Moment das Geld. Sie kochten seit November auf einem alten Zweiplattenherd in der Garage. „Ich ärgere mich maßlos. Aber es geht nicht nur uns so. Inzwischen habe ich elf weitere Hartmann-Kunden ausfindig gemacht, denen es so wie uns ergangen ist. Vom Möbelhaus hat sich noch niemand bei uns gemeldet, um die Sache zu klären“, macht Mende ihrem Unmut Luft.

Derweil ist der Insolvenzverwalter um Schadensbegrenzung bemüht. Er habe sich einen ersten Überblick über die Situation des Betriebes verschafft, teilt der Bremer Rechtsanwalt mit. Noch sei er allerdings nicht über alle Details im Bilde. „Herr Hartmann ist als Möbel- und Küchenbauer einzelunternehmerisch als eingetragener Kaufmann tätig. Der Geschäftsbetrieb des Schuldners ist aufgrund der Corona-Auflagen derzeit nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Im Betrieb des Herrn Hartmann sind neun Mitarbeiter in ungekündigten Arbeitsverhältnissen angestellt“, fasst Sponagel zusammen.

Ein Investor wird jetzt gesucht

Der Betrieb des Unternehmens solle dahingehend fortgeführt werden, dass die bereits bestellten Möbel bei den Endkunden aufgebaut und montiert würden. „Es ist beabsichtigt, das Unternehmen bis zum 31. März 2021 mit seinen Mitarbeitern fortzuführen und – sofern die Corona-Beschränkungen dieses zulassen – das Möbelhaus wieder für den Kundenverkehr zu öffnen“, stellt der Insolvenzverwalter in Aussicht. Zudem sei beabsichtigt, die Löhne und Gehälter der angestellten Mitarbeiter für die Monate Januar 2021 bis einschließlich März 2021 über einen Kredit vorzufinanzieren.

Dr. Moritz Sponagel: „Derzeit sehe ich gute Möglichkeiten für den Erhalt des Geschäftsbetriebes im Wege einer übertragenen Sanierung.“ Dafür werde ein Investor gesucht, der das Möbelhaus weiterführen möchte. Ob das gelinge, werde sich zeigen. Die Corona-Pandemie mache alles nicht einfacher.

Björn Hartmann hat es vor ein paar Jahren aus Nordrhein-Westfalen nach Ostfriesland verschlagen. Im April 2018 gab er schließlich bekannt, neuer Inhaber des Möbelhauses an der Westerlandstraße in Detern zu sein. Vor allem vielen Ostfriesen und Ammerländern ist es unter dem alten Namen Möbel Cordes bekannt. Das Traditionsgeschäft bestand seinerzeit schon 95 Jahre.

Von Christine Schneider-Berents   © NOZ

Veröffentlichung im KU Gesundheitsmanagement – „Neue Chance zur Sanierung?“

Neue Chance zur Sanierung?

Haftungsfragen und die außergerichtliche Sanierung durch das Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG)

Zum Jahreswechsel ist das auf einer Europarichtlinie beruhende Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen (StaRUG) umgesetzt worden. In der Krise – aber ohne das Vorliegen einer Insolvenz – zielt es darauf ab, eine Restrukturierung zu einem früheren Zeitpunkt erforderlichenfalls auch gegen den Willen einzelner Beteiligter zu ermöglichen. Maßgeblich ist für eine Restrukturierung im Sinne des StaRUG das Vorliegen der allenfalls drohenden Zahlungsunfähigkeit. Das StaRUG kann Krankenhäusern mit dem Restrukturierungsplan ein Instrument bieten, um eine Sanierung außerhalb der Insolvenz zu realisieren.

Veröffentlichung in Verkehrsrundschau – „Eusterhus Spedition meldet Insolvenz an“

Eusterhus Spedition meldet Insolvenz an

Begründet wird die Zahlungsunfähigkeit des Speditionsunternehmens mit der Covid19-Pandamie und damit einhergehenden Umsatzeinbußen

Gütersloh. Die Eusterhus Spedition in Gütersloh hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Moritz Sponagel vom Amtsgericht Sielefeld ernannt. Das teilt die auf Insolvenzrecht ausgerichtete Kanzlei Dr. Sponagel Rechtsanwälte in Gütersloh mit.

Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter

Begründet wird die Zahlungsunfähigkeit des Speditionsunternehmens mit der Covid19-Pandamie und damit einhergehenden Umsatzeinbußen. „Im Moment gibt es aber keinen Anlass zur Sorge“, betont der vorläufige Insolvenzverwalter Moritz Sponagel, „der Geschäftsbetrieb wird in vollen Umfang aufrechterhalten.“ Eine Prognose über die langfristige Zukunft der Eusterhus Spedition könne er aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgegeben, sagt Sponagel. Dazu sei es im Moment noch zu früh. Erste Sanierungsmaßnahmen seien aber bereits eingeleitet, betont er. Außerdem seien Kundenstamm und Inventar vorhanden.

Die Eusterhus Spedition am Lupinenweg wurde vor fast 100 Jahren in Gütersloh gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen Sponagel zufolge 19 Mitarbeiter, zudem seien für die Spedition 13 Sattelzugmaschinen im Einsatz. (eh)

 

Veröffentlichung in Die Glocke – „Spedition Eusterhus meldet Insolvenz an“

Spedition Eusterhus meldet Insolvenz an

Gütersloh (din) – Die 1927 gegründete Spedition Eusterhus am Lupinenweg in Spexard zählt zu den ältesten in Gütersloh. Jetzt musste das Unternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beantragen. Zum vorläufigen Insolvenzberater hat das Bielefelder Amtsgericht den Rechtsanwalt Dr. Moritz Sponagel eingesetzt.

Der Rechtsanwalt aus der gleichnamigen Kanzlei mit Büro an der Strengerstraße sagte am Dienstag dieser Zeitung: „Wir machen ganz normal weiter.“ Er sei auch zuversichtlich, dass das Unternehmen langfristig weitergeführt werden könne. Es gebe zwei Investoren aus dem Speditionsbereich, die interessiert seien, einzusteigen.

Die Zahlungsunfähigkeit führte der auf Insolvenzen spezialisierte Rechtsanwalt auf die Corona-Krise zurück. Deshalb habe es weniger Fahrten und geringe Margen gegeben. Das Unternehmen habe auch schon Corona-Hilfe des Staates in Anspruch genommen. Aber das hat offenbar nicht gereicht.

Die Spedition beschäftige 28 Mitarbeiter, berichtete Sponagel. Alle hielten zur Stange. Für drei Monate sei die Bezahlung durch das Insolvenzausfallgeld gesichert. Einige Mitarbeiter fahren seit Jahrzehnten für Eusterhus. Die Spedition verfüge über 20 Fahrzeuge und fahre für Kunden überwiegend aus der Region, so der vorläufige Insolvenzverwalter. Die Geschäfte führt weiter Hans-Georg Cramer aus Delbrück. Der Geschäftsführer war nachmittags nicht zu erreichen.

Anton Eusterhus hatte die Spedition 1927 gegründet. Mehr zur Geschichte des Familienunternehmens findet sich nicht auf der Internetseite. „Von unserem Standort im Gütersloher Lupinenweg aus sind wir in allen Richtungen schnell auf der Bahn. Besonders häufig fahren wir Seehäfen in Norddeutschland und das ganze Postleitzahlen-Gebiet 2 an“, heißt es dort. Die Firma verfügt außerdem über ein Lager. „Unsere Arbeitsplätze sind sicher und die Zeiten geregelt, das Tätigkeitsfeld ist abwechslungsreich“, wirbt das Unternehmen nach wie vor im Internet.

Die 1958 von Paul Eusterhus gegründete gleichnamige Spedition an der Wilhelmstraße hat mit der Insolvenz nichts zu tun.

 

Veröffentlichung in St.Georg – „Ein Ende? Ein neuer Anfang! Der Worst Case, die Insolvenz“

Ein Ende? Ein neuer Anfang! Der Worst Case, die Insolvenz

Vorneweg: Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bedeutet nicht zwingend die Einstellung des Geschäftsbetriebs. Im Gegenteil, wird die Zahlungsunfähigkeit rechtzeitig erkannt, stellt dies häufig die Chance für einen Neuanfang dar.

Den gesamten Artikel lesen Sie hier:

Beitrag in St. Georg (PDF)

Veröffentlichung im Reitsport Magazin – „Was die Branche über Sanierung und Restrukturierung wissen muss“

Was die Branche über Sanierung und Restrukturierung wissen muss

Deutschlands Reiter stehen weiterhin unter Druck: Zwar können nach wochenlangem Ausfall Training und Unterricht auf Reitsportanlagen wieder stattfinden, doch bleiben Turniere, Leistungsprüfungen, Lehrgänge und Seminare weiter stark eingeschränkt. Nicht nur Reitsportbetriebe, Vereine und Züchter werden noch unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise leiden, auch die vielfältigen Branchen rund ums Pferd werden von der kommenden Insolvenz-Welle nicht verschont bleiben.

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Veröffentlichung im Markt und Mittelstand – „So können sich Mittelständler in der Corona-Krise neu aufstellen“

So können sich Mittelständler in der Corona-Krise neu aufstellen

Die Corona-Krise trifft Mittelständler mit voller Wucht. Dabei gibt es bei den durch Corona ausgelösten Insolvenzen eine entscheidende Besonderheit, die zu vielen erfolgreichen Sanierungen führen wird: Die Betriebe haben eigentlich starke und funktionierende Geschäftsmodelle.

Insbesondere für mittelständische Unternehmen, die ohne die Pandemiemaßnahmen nicht in Liquiditätsschwierigkeiten gekommen wären, hält die Insolvenzordnung ein chancenreiches Verfahren bereit: die sogenannte gerichtliche Sanierung in Eigenverwaltung. Dieses hält im Vergleich zu anderen Restrukturierungsmethoden einige Vorzüge bereit.

So ermöglicht das Eigenverwaltungsverfahren nicht nur die Enthaftung der beteiligten Organe (Geschäftsführung oder Vorstand), sondern bietet zudem die Möglichkeit, die geplante Sanierung auch gegen den Willen einzelner Gläubiger oder Stakeholder zu betreiben. Das gesamte Verfahren kann nach den Vorstellungen des Unternehmens und seiner Gesellschafter gestaltet werden. Hier ist allerdings auf die rechtzeitige Antragstellung zu achten – sonst erhöht sich das Risiko eines fremdbestimmten Verfahrens.

Während Unternehmen den Antrag für ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, welches ein besonderes Eigenverwaltungsverfahren darstellt, nur nutzen können, wenn sie noch nicht zahlungsunfähig sind, ist die Eigenverwaltung auch bei Zahlungsunfähigkeit möglich. Um alle relevanten Punkte für die Antragstellung zu klären, sollte ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen eingeplant werden, in welchem systematisch eine Checkliste abgearbeitet wird.

Zum Vergleich: Eine sogenannte außergerichtliche Sanierung erfordert einen einstimmigen Beschluss aller Stakeholder und Gläubiger, was sich insbesondere aufgrund der bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die aktuelle Situation schwierig darstellt. Denn: Um einen Schuldenschnitt hinzubekommen wird die Zustimmung aller Gläubiger benötigt. Hier kommt aktuell erschwerend hinzu, dass für einige Unternehmen die Arbeit aufgrund der Hygienemaßnahmen auf unbestimmte Zeit erschwert wird oder eine mögliche zweite Welle das Geschäft weiter ausbremsen könnte. Somit trauen sich viele Gläubiger nicht, sich auf Geschäftszahlen und Aussichten zu stützen.

Zum Vergleich: Eine sogenannte außergerichtliche Sanierung erfordert einen einstimmigen Beschluss aller Stakeholder und Gläubiger, was sich insbesondere aufgrund der bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die aktuelle Situation schwierig darstellt. Denn: Um einen Schuldenschnitt hinzubekommen wird die Zustimmung aller Gläubiger benötigt. Hier kommt aktuell erschwerend hinzu, dass für einige Unternehmen die Arbeit aufgrund der Hygienemaßnahmen auf unbestimmte Zeit erschwert wird oder eine mögliche zweite Welle das Geschäft weiter ausbremsen könnte. Somit trauen sich viele Gläubiger nicht, sich auf Geschäftszahlen und Aussichten zu stützen.

Voraussetzung für die Eigenverwaltung ist im Gegensatz zum sogenannten Schutzschirmverfahren, welches ein besonderes Eigenverwaltungsverfahren darstellt, lediglich, dass

  • 1. ein eigener Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt wird
  • 2. den am Verfahren beteiligten Gläubigern keine Nachteile entstehen.

Günstiger und weniger aufwändig

Das Schutzschirmverfahren setzt dagegen weiter voraus, dass der Antrag der Schuldnerin spätestens bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gestellt wird und die Sanierung Aussicht auf Erfolg hat. Diese Umstände sind durch einen in Insolvenzsachen erfahrenen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Rechtsanwalt zu bescheinigen und kommen einem verhältnismäßig aufwendigen Sanierungsgutachten gleich, weshalb schon aus diesem Grund das Schutzschirmverfahren kostenintensiver und aufwändiger ist. Dabei sind die Sanierungsmöglichkeiten der „einfachen“ Eigenverwaltung und des Schutzschirmverfahrens die gleichen.

Der wahrscheinlich entscheidendste Vorteil der Eigenverwaltung ist jedoch, dass das Verfahren von Anfang an in der Hand der Schuldnerin, als sogenannte „Herrin des Verfahren“, organisiert und von ihr selbst durchgeführt wird. Der eigenverwaltenden Schuldnerin wird lediglich ein gerichtlich bestellter Sachwalter zur Seite gestellt. Dieser hat im Gegensatz zu einem herkömmlichen Insolvenzverwalter keine Verwaltungs- oder Verfügungsbefugnisse. Er gilt mehr als Beobachter und Berichterstatter gegenüber dem Insolvenzgericht und zeigt Nachteile zu Lasten der Gläubiger an, wenn diese drohen. In diesen Fällen kann der Sachwalter, als sogenannte Aufsicht durch das Gericht, einen Antrag auf Aufhebung der Eigenverwaltung bei dem Insolvenzgericht stellen.

Was die Eigenverwaltung weiterhin interessant macht, ist, dass bereits mit Anordnung der sogenannten vorläufigen Eigenverwaltung, also unmittelbar nach Antragstellung, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen untersagt werden und die Schuldnerin auch die Zahlung von Insolvenzgeld beantragen kann. Diese essentiellen Sanierungsinstrumente gelten darüber hinaus für sämtliche Insolvenzverfahren. Dadurch können bestehende Liquiditätsengpässe für einen Zeitraum von regelmäßig drei Monaten überbrückt und die Sanierungsmaßnahmen mit der erforderlichen Ruhe vorangetrieben werden.

Neuanfang möglich

Spannend wird es für Unternehmen, die bereits ein funktionierendes Geschäftsmodell haben, insbesondere bei dem Thema der Fortführung des Geschäftsbetriebes. Bestehen keine Verträge oder sonstigen Rechte, auf deren Fortbestehen es für die Fortführung des Unternehmens ankommt, bietet sich regelmäßig die sogenannte übertragende Sanierung an. Natürlich halten Unternehmen viele relevante Verträge, aber diese sind oft keine Dauerverträge. Dabei wird der laufende Geschäftsbetrieb mit sämtlichen (ungekündigten) Arbeitnehmern und Vermögensgegenständen auf einen neuen Rechtsträger mittels eines Kaufvertrags übertragen. Dieser unbelastete Rechtsträger (z.B. neu gegründete GmbH) kann dann mit frischen liquiden Mitteln eines Investors und ohne die bestehenden schuldnerischen Verbindlichkeiten den Geschäftsbetrieb fortführen. Die Gläubiger werden dann mittels einer Quote befriedigt.

Ist es zum Erhalt bestehender Verträge oder sonstiger Rechte erforderlich, die juristische Person der Schuldnerin (alte GmbH oder AG) zu erhalten, wird ein Insolvenzplan entwickelt. Ein solcher Insolvenzplan regelt – stark vereinfacht ausgedrückt – schließlich die Fortführung des Unternehmens und die Befriedigung der Gläubiger abweichend von den sonstigen Regelungen der Insolvenzordnung. Mit Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger und nach Erfüllung des Insolvenzplans wird das Verfahren aufgehoben und die Entschuldung des Unternehmens erreicht.

Vor diesem Hintergrund stehen der eigenverwaltenden Schuldnerin also sämtliche Sanierungsinstrumente der Insolvenzordnung zur Verfügung, um ein grundsätzlich fortführungsfähiges Unternehmen von seinen Schulden in Eigenregie zu befreien und aus der Krise zu führen. Schließlich bleibt zu beachten, dass jedes Verfahren individuell auf den konkreten Einzelfall zugeschnitten werden muss: Wird eine Fortführung des Geschäftsbetriebes nicht beabsichtigt, macht eine Eigenverwaltung entsprechend wenig Sinn. Auch im Fall einer übertragenen Sanierung ist in manchen Fällen die Betreuung durch einen Insolvenzverwalter die bessere Varainte.