Veröffentlichung im Markt und Mittelstand – „So können sich Mittelständler in der Corona-Krise neu aufstellen“

So können sich Mittelständler in der Corona-Krise neu aufstellen

Die Corona-Krise trifft Mittelständler mit voller Wucht. Dabei gibt es bei den durch Corona ausgelösten Insolvenzen eine entscheidende Besonderheit, die zu vielen erfolgreichen Sanierungen führen wird: Die Betriebe haben eigentlich starke und funktionierende Geschäftsmodelle.

Insbesondere für mittelständische Unternehmen, die ohne die Pandemiemaßnahmen nicht in Liquiditätsschwierigkeiten gekommen wären, hält die Insolvenzordnung ein chancenreiches Verfahren bereit: die sogenannte gerichtliche Sanierung in Eigenverwaltung. Dieses hält im Vergleich zu anderen Restrukturierungsmethoden einige Vorzüge bereit.

So ermöglicht das Eigenverwaltungsverfahren nicht nur die Enthaftung der beteiligten Organe (Geschäftsführung oder Vorstand), sondern bietet zudem die Möglichkeit, die geplante Sanierung auch gegen den Willen einzelner Gläubiger oder Stakeholder zu betreiben. Das gesamte Verfahren kann nach den Vorstellungen des Unternehmens und seiner Gesellschafter gestaltet werden. Hier ist allerdings auf die rechtzeitige Antragstellung zu achten – sonst erhöht sich das Risiko eines fremdbestimmten Verfahrens.

Während Unternehmen den Antrag für ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, welches ein besonderes Eigenverwaltungsverfahren darstellt, nur nutzen können, wenn sie noch nicht zahlungsunfähig sind, ist die Eigenverwaltung auch bei Zahlungsunfähigkeit möglich. Um alle relevanten Punkte für die Antragstellung zu klären, sollte ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen eingeplant werden, in welchem systematisch eine Checkliste abgearbeitet wird.

Zum Vergleich: Eine sogenannte außergerichtliche Sanierung erfordert einen einstimmigen Beschluss aller Stakeholder und Gläubiger, was sich insbesondere aufgrund der bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die aktuelle Situation schwierig darstellt. Denn: Um einen Schuldenschnitt hinzubekommen wird die Zustimmung aller Gläubiger benötigt. Hier kommt aktuell erschwerend hinzu, dass für einige Unternehmen die Arbeit aufgrund der Hygienemaßnahmen auf unbestimmte Zeit erschwert wird oder eine mögliche zweite Welle das Geschäft weiter ausbremsen könnte. Somit trauen sich viele Gläubiger nicht, sich auf Geschäftszahlen und Aussichten zu stützen.

Zum Vergleich: Eine sogenannte außergerichtliche Sanierung erfordert einen einstimmigen Beschluss aller Stakeholder und Gläubiger, was sich insbesondere aufgrund der bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die aktuelle Situation schwierig darstellt. Denn: Um einen Schuldenschnitt hinzubekommen wird die Zustimmung aller Gläubiger benötigt. Hier kommt aktuell erschwerend hinzu, dass für einige Unternehmen die Arbeit aufgrund der Hygienemaßnahmen auf unbestimmte Zeit erschwert wird oder eine mögliche zweite Welle das Geschäft weiter ausbremsen könnte. Somit trauen sich viele Gläubiger nicht, sich auf Geschäftszahlen und Aussichten zu stützen.

Voraussetzung für die Eigenverwaltung ist im Gegensatz zum sogenannten Schutzschirmverfahren, welches ein besonderes Eigenverwaltungsverfahren darstellt, lediglich, dass

  • 1. ein eigener Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt wird
  • 2. den am Verfahren beteiligten Gläubigern keine Nachteile entstehen.

Günstiger und weniger aufwändig

Das Schutzschirmverfahren setzt dagegen weiter voraus, dass der Antrag der Schuldnerin spätestens bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gestellt wird und die Sanierung Aussicht auf Erfolg hat. Diese Umstände sind durch einen in Insolvenzsachen erfahrenen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Rechtsanwalt zu bescheinigen und kommen einem verhältnismäßig aufwendigen Sanierungsgutachten gleich, weshalb schon aus diesem Grund das Schutzschirmverfahren kostenintensiver und aufwändiger ist. Dabei sind die Sanierungsmöglichkeiten der „einfachen“ Eigenverwaltung und des Schutzschirmverfahrens die gleichen.

Der wahrscheinlich entscheidendste Vorteil der Eigenverwaltung ist jedoch, dass das Verfahren von Anfang an in der Hand der Schuldnerin, als sogenannte „Herrin des Verfahren“, organisiert und von ihr selbst durchgeführt wird. Der eigenverwaltenden Schuldnerin wird lediglich ein gerichtlich bestellter Sachwalter zur Seite gestellt. Dieser hat im Gegensatz zu einem herkömmlichen Insolvenzverwalter keine Verwaltungs- oder Verfügungsbefugnisse. Er gilt mehr als Beobachter und Berichterstatter gegenüber dem Insolvenzgericht und zeigt Nachteile zu Lasten der Gläubiger an, wenn diese drohen. In diesen Fällen kann der Sachwalter, als sogenannte Aufsicht durch das Gericht, einen Antrag auf Aufhebung der Eigenverwaltung bei dem Insolvenzgericht stellen.

Was die Eigenverwaltung weiterhin interessant macht, ist, dass bereits mit Anordnung der sogenannten vorläufigen Eigenverwaltung, also unmittelbar nach Antragstellung, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen untersagt werden und die Schuldnerin auch die Zahlung von Insolvenzgeld beantragen kann. Diese essentiellen Sanierungsinstrumente gelten darüber hinaus für sämtliche Insolvenzverfahren. Dadurch können bestehende Liquiditätsengpässe für einen Zeitraum von regelmäßig drei Monaten überbrückt und die Sanierungsmaßnahmen mit der erforderlichen Ruhe vorangetrieben werden.

Neuanfang möglich

Spannend wird es für Unternehmen, die bereits ein funktionierendes Geschäftsmodell haben, insbesondere bei dem Thema der Fortführung des Geschäftsbetriebes. Bestehen keine Verträge oder sonstigen Rechte, auf deren Fortbestehen es für die Fortführung des Unternehmens ankommt, bietet sich regelmäßig die sogenannte übertragende Sanierung an. Natürlich halten Unternehmen viele relevante Verträge, aber diese sind oft keine Dauerverträge. Dabei wird der laufende Geschäftsbetrieb mit sämtlichen (ungekündigten) Arbeitnehmern und Vermögensgegenständen auf einen neuen Rechtsträger mittels eines Kaufvertrags übertragen. Dieser unbelastete Rechtsträger (z.B. neu gegründete GmbH) kann dann mit frischen liquiden Mitteln eines Investors und ohne die bestehenden schuldnerischen Verbindlichkeiten den Geschäftsbetrieb fortführen. Die Gläubiger werden dann mittels einer Quote befriedigt.

Ist es zum Erhalt bestehender Verträge oder sonstiger Rechte erforderlich, die juristische Person der Schuldnerin (alte GmbH oder AG) zu erhalten, wird ein Insolvenzplan entwickelt. Ein solcher Insolvenzplan regelt – stark vereinfacht ausgedrückt – schließlich die Fortführung des Unternehmens und die Befriedigung der Gläubiger abweichend von den sonstigen Regelungen der Insolvenzordnung. Mit Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger und nach Erfüllung des Insolvenzplans wird das Verfahren aufgehoben und die Entschuldung des Unternehmens erreicht.

Vor diesem Hintergrund stehen der eigenverwaltenden Schuldnerin also sämtliche Sanierungsinstrumente der Insolvenzordnung zur Verfügung, um ein grundsätzlich fortführungsfähiges Unternehmen von seinen Schulden in Eigenregie zu befreien und aus der Krise zu führen. Schließlich bleibt zu beachten, dass jedes Verfahren individuell auf den konkreten Einzelfall zugeschnitten werden muss: Wird eine Fortführung des Geschäftsbetriebes nicht beabsichtigt, macht eine Eigenverwaltung entsprechend wenig Sinn. Auch im Fall einer übertragenen Sanierung ist in manchen Fällen die Betreuung durch einen Insolvenzverwalter die bessere Varainte.

Veröffentlichung im Windkraft-Journal – „Warum Windparks sich nicht vor Insolvenzen fürchten müssen“

Die Windenergie Branche ist durch einschränkende Gesetze, ausländische Konkurrenz und auch durch die Corona-Epidemie starkem Druck ausgesetzt.

(WK-intern) – Viele Unternehmen stehen kurz vor der Insolvenz, und daran kann auch die neue „Opt-In-Regelung“ zum 1.000 Meter Mindestabstand nichts ändern.

Doch eine Insolvenz ist nicht das Ende, auch wenn sich dieser Irrglaube noch stark hält.

Zuerst kommen die Liquiditätsschwächen und dann meistens Angst. Angst vor Schuldenbergen, Reputationsschäden und Haftungsansprüchen. Wie kann man mit solchen Situationen umgehen?

Zunächst bietet sich die Möglichkeit einer außergerichtlichen Restrukturierung und Sanierung des Unternehmens. Der Nachteil hier: Haftungsrisiken sind nicht beseitigt und spätestens dann realisiert, wenn das Sanierungskonzept scheitert. Weiter hängt die außergerichtliche Sanierung davon ab, dass ein einstimmiger Beschluss aller Stakeholder und Gläubiger des Unternehmens erzielt wird. Vor dem Hintergrund häufig bestehender Unsicherheiten, sowie verschiedener Vorstellungen und Erwartungen gestaltet sich dies allerdings zumeist schwierig oder sogar unmöglich.

Insolvenzrechtlich bietet sich insbesondere die Möglichkeit eine Sanierung über die sogenannte Eigenverwaltung. Als besonderes Insolvenzverfahren bietet es zum Einen die Enthaftung der beteiligten Organe (Geschäftsführung oder Vorstand) und zum Anderen die Möglichkeit, die geplante Sanierung auch gegen den Willen einzelner Gläubiger oder Stakeholder zu betreiben.

Die Eigenverwaltung kennt zwei Verfahrensarten: (1) Die „einfache“ Eigenverwaltung und (2) das sogenannte Schutzschirmverfahren. Voraussetzung für die einfache Eigenverwaltung ist, dass

(1) ein eigener Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt wird

und

(2) durch die Anordnung der Eigenverwaltung den am Verfahren beteiligten Gläubigern keine Nachteile entstehen.

Das Schutzschirmverfahren setzt weiter voraus, dass der Antrag der Schuldnerin bereits bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gestellt wird – nicht erst bei bereits eingetretener Zahlungsunfähigkeit – und die Sanierung Aussicht auf Erfolg hat. Diese Umstände sind durch einen unabhängigen Berater zu bescheinigen, der in Insolvenzsachen erfahren ist. Dabei kommt diese Bescheinigung einem verhältnismäßig aufwendigen Sanierungsgutachten gleich, weshalb schon aus diesem Grund das Schutzschirmverfahren kostenintensiver und aufwendiger ist. Dabei bietet die „einfache“ Eigenverwaltung grundsätzlich die gleichen Sanierungsmöglichkeiten wie das Schutzschirmverfahren.

Eine Besonderheit der Eigenverwaltung ist, dass das Verfahren von Anfang an in der Hand der Schuldnerin organisiert und von ihr selbst durchgeführt wird, woraus auch der Name Eigenverwaltung resultiert. Der eigenverwaltenden Schuldnerin wird ein gerichtlich bestellter Sachwalter zur Seite gestellt. Dieser hat im Gegensatz zu einem herkömmlichen Insolvenzverwalter keine Verwaltungs- oder Verfügungsbefugnisse. Er gilt mehr als Beobachter und Berichterstatter gegenüber dem Insolvenzgericht und zeigt Nachteile zu Lasten der Gläubiger an, wenn diese drohen. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung hat er zudem die Aufgabe, die Insolvenztabelle zu führen, sowie insolvenzspezifische Ansprüche (Anfechtungs- und Haftungsansprüche) geltend zu machen. Im Übrigen bleibt aber die Schuldnerin im sogenannten „Driver‘s Seat“ und behält somit die volle Verfügungs- und Verwaltungsbefugnis über ihr Vermögen.

Weitere Vorteile der Eigenverwaltung sind, dass bereits mit Anordnung der sogenannten vorläufigen Eigenverwaltung, also unmittelbar nach Antragstellung, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen untersagt werden und die Schuldnerin auch die Zahlung von Insolvenzgeld beantragen kann. Dadurch können bestehende Liquiditätsengpässe für einen Zeitraum von regelmäßig drei Monaten überbrückt und die Sanierungsmaßnahmen mit der erforderlichen Ruhe vorangetrieben werden. Nach Eröffnung des Verfahrens in Eigenverwaltung bestehen besondere (verkürzte) Kündigungsrechte, die es der Schuldnerin ermöglichen, sich von unliebsamen Verträgen zu lösen oder betriebsbedingte Kündigungen von Arbeitsverhältnissen mit ebenfalls gesetzlich verkürzten Fristen auszusprechen.

Schließlich lässt ist festzuhalten, dass die Eigenverwaltung geeignet ist, um ein grundsätzlich fortführungsfähiges Unternehmen von seinen Schulden in Eigenregie zu befreien und aus der Krise zu führen. Kein Grund also, sich vor Insolvenzen zu fürchten.

Dr. Moritz Sponagel ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und begleitet u.a. die Windpark Peheim/Karlshof GmbH & Co. KG als vorläufiger Sachwalter in ihrem Eigenverwaltungsverfahren.

Veröffentlichung im Gastgewerbe Magazin – „Welche Chancen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für Gastronomen bietet“

Die Senkung der Umsatzsteuer ist mit Sicherheit eine erste echte Überlebenschance für Gastronomen. Trotzdem bedeutet auch die einen erhöhten Bürokratieaufwand. Daneben muss die Gastronomie ein umfassendes Hygienekonzept umsetzen mit der absehbaren Folge, dass weniger Gäste und damit weniger Geld in die Kasse kommt. Deshalb ist weiterhin mit erheblichen finanziellen Problemen in der Branche und einem erhöhten Insolvenzrisikos zu rechnen. Dr. Moritz Sponagel, Fachanwalt für Insolvenzrecht, erläutert, warum jetzt die Zeeit für eine zukunftsorientierte Sanierung genutzt werden sollte.

Eine große Chance bietet die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 durch das CorInsAG. Dieses hat die Antragspflicht ausgesetzt, sofern die Insolvenz infolge der Corona-Krise entstanden ist und weiterhin die Aussicht auf Beseitigung der eingetretenen Zahlungsunfähigkeit besteht. Krisenbedrohten Gastronomen hilft dies erst einmal weiter. Aber mittelfristig muss, gerade auch vor dem Hintergrund, dass ein Ende der Pandemie nicht absehbar ist, Vorsicht herrschen. Die Aussetzung ist zeitlich begrenzt und wirkt lediglich eine zeitliche Verschiebung.

Sanierung im Insolvenzverfahren kann bis zur Enthaftung führen

Daher sollte die hierdurch gewonnene Zeit für eine zukunftsorientierte Sanierung genutzt werden. Hierfür gibt es zum einen die Möglichkeit einer außergerichtlichen Sanierung und zum anderen die einer Restrukturierung im Insolvenzverfahren. Eine außergerichtliche Neuaufstellung ist häufig mangels Übereinstimmung aller Parteien und drohender Haftungsrisiken im Falle eines Scheiterns wenig erfolgsversprechend. Demgegenüber führt die Sanierung im Insolvenzverfahren bei rechtzeitiger Antragsstellung zur Enthaftung der Organe.

Instrumente hierbei sind dann entweder ein Insolvenzplan oder die übertragene Sanierung in Eigen- oder Fremdverwaltung. Die Vorteile der Eigenverwaltung liegen darin, dass die bisherige Geschäftsleitung in der Verantwortung bleibt und nicht auf einen Insolvenzverwalter übergeht. Als Kontrollinstanz tritt lediglich ein vorübergehend bestellter Sachwalter hinzu. Sehr hilfreich hier für Gastronomen: Das Alltagsgeschäft läuft damit reibungslos weiter und im Falle eines Insolvenzplans bleiben die Unternehmensstrukturen erhalten. Darüber hinaus kann mittels der Insolvenzgeldvorfinanzierung die Liquidität gesteigert werden. So müssen drei Monate lang weder Löhne noch Gehälter vom Unternehmer gezahlt werden, das übernimmt die Arbeitsagentur. Auch vorteilhaft kann die verkürzte Kündigungsfrist bei Arbeitsverhältnissen sein. Und nicht zuletzt, gerade mit Blick auf teils viel zu teure Pachtverträge: Schließlich ist auch die Trennung von unliebsamen Verträgen möglich.

Bevor nun allerdings mit einer Sanierung in Eigenverwaltung begonnen werden kann, müssen einige Hürden übersprungen werden. Insbesondere muss das Gericht bei Antragsstellung davon überzeugt werden, dass sich die Sanierung lohnt, gute Aussichten bestehen, die Markt- und Wettbewerbsfähigkeit des Gastronomen wiederherzustellen und sich die Eigenverwaltung nicht nachteilig auf die Gläubiger auswirken wird.

Abschließend gilt: Die Bundesregierung hat der angeschlagenen Gastronomie wertvolle Zeit verschafft, um Lösungen auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu entwickeln. Doch dies allein hilft nicht, vielmehr ist jetzt weitere Eigeninitiative gefragt. Und gerade die Eigenverwaltung bietet ein wirksames Instrument dafür, Unternehmen mit einem zukunftsfähigen Konzept am Markt zu halten.

Veröffentlichung im Westfalen-Blatt – „Die große Insolvenzwelle kommt“

Wiesbaden/Gütersloh (WB). Die Wirtschaft legt in der aktuellen Corona-Krise eine Vollbremsung hin. Und trotzdem liegt die Zahl der Firmenpleiten im April 2020 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts sogar um 13,4 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Schon im März war sie auch nur um 1,6 Prozent gestiegen.

Für Entwarnung gibt es dennoch keinen Grund . Biner Bähr, Rechtsanwalt in Mönchengladbach und einer der führenden Inssolvenzexperten, sagte in einem Interview der „Rheinischen Post“, er rechne 2021 mit einer enormen Steigerung auf 30.000 Unternehmensinsolvenzen – nach knapp 19.000 im vergangenen Jahr.
Pflicht zur Insolvenanmeldung vorübergehend ausgesetzt

Auch der ebenfalls auf Insolvenzrecht spezialisierte Gütersloher Rechtsanwalt Moritz Sponagel sieht die Entwicklung am Anfang, nicht am Ende: „Die große Insolvenzwelle rollt erst auf uns zu.“ Schließlich habe der Gesetzgeber die Pflicht zur Insolvenzanmeldung für Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, in Deutschland rückwirkend zum 1. März bis vorerst Ende September 2020 ausgesetzt. Und natürlich seien die im Eilverfahren beschlossenen Finanzhilfen für Unternehmer zunächst eine echte Überlebenshilfe.

Hinzu komme, dass die zuständigen Gerichte derzeit nur in Notbesetzung arbeiteten, sagt Sponagel. Dafür, dass es trotzdem zu spektakulären Insolvenzanträgen oder Anträgen auf Gläubigerschutz gekommen sei, sei Corona allenfalls der Auslöser. „Das sind zumindest teilweise Zombies, die eigentlich schon längere Zeit nicht mehr wettbewerbsfähig sind.“
Rückgang auch bei den Privatinsolvenzen

Einen Rückgang gibt es Sponagel zufolge auch bei den Privatinsolvenzen: „Das ist kein Wunder, sind doch infolge der Corona-Krise die meisten Schuldnerberatungen vorübergehend geschlossen worden.“
Von Karstadt Kaufhof bis Poggenpohl

Trotz des allgemeinen Rückgangs haben in jüngster Zeit auch bedeutende Unternehmen Antrag auf Insolvenz oder Gläubigerschutz gestellt. Dazu zählen überregional der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof, die Modehauskette Sinn sowie die Restaurantketten Maredo und Vapiano. In Ostwestfalen-Lippe traf es beispielsweise den Herforder Küchenhersteller Poggenpohl. Sponagel geht davon aus, dass in nächster Zeit vor allem Unternehmen aus der Gastronomie, Hotellerie und allgemein dem Tourismus besonders gefährdet sind.

Von Bernhard Hertlein   © Westfalen-Blatt

Veröffentlichung im Kreiszeitung-Wochenblatt – „Restaurant-Bar „Brandy’s“: Vorläufiger Insolvenzverwalter sucht neuen Investor“

Das Amtsgericht Lüneburg hat den Rechtsanwalt und Betriebswirt Dr. Moritz Sponagel zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Margeaux GmbH bestellt. Die Gesellschaft betreibt das zurzeit geschlossene Restaurant „Brandy’s“ an der Straße Am Radeland in Hittfeld. Das teilte die Kanzlei Dr. Sponagel Rechtsanwälte mit Sitz in Hamburg mit. Sie ist auf Insolvenzverwaltung und Zwangsverwaltung spezialisiert.
Dr. Moritz Sponagel habe sich bereits einen ersten Überblick über die Situation des alteingesessenen Betriebs mit einem Restaurant und Bar in Hittfeld verschafft. Bei den Einheimischen ist das Lokal auch als „Carlos Weinbar“ oder „Bei Carlos“ bekannt.
Eine Prognose über die langfristige Zukunft der Margeaux GmbH mag der vorläufige Insolvenzverwalter zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgegeben. „Dazu ist es einfach noch zu früh“, so Dr. Sponagel. Erste Sanierungsmaßnahmen habe er bereits eingeleitet.
Der vorläufige Insolvenzverwalter sucht nun nach einem Investor, der den Gastronomiebetrieb weiterbetreiben möchte. Kundenstamm sowie Inventar seien vorhanden.

Von Thomas Sulzyc  © Kreiszeitung Wochenblatt

Auszug aus dem INDat Report 06_2019 – Top 300 Verwalter

 

  1. Brockdorff, Christian Graf, RA, FA InsR, LL. M. (32 Verfahren)
  2. Köster, Dr. Malte, RA, FA InsR (30 Verfahren)
  3. Laboga, Sebastian, RA, FA InsR, StB (30 Verfahren)
  4. Siemon, Klaus, RA, FA InsR (24 Verfahren)
  5. Böhme, Berend, RA, FA InsR, FA ArbR (23 Verfahren)
  6. Sponagel, Dr. Moritz, RA, FA InsR (22 Verfahren)

[…]

Veröffentlichung der Bremer Nachrichten – Gläubiger für Insolvenzplan

Bremen. Die Gläubiger der Verbraucherzentrale Bremen haben am Donnerstag dem Insolvenzplan zugestimmt. Demnach wird die Verbraucherzentrale von drohenden Verbindlichkeiten entlastet. Sachwalter bleibt der Bremer Insolvenzanwalt Moritz Sponagel. Rund 80 Gläubiger hatten ihre Forderungen angemeldet. Tim Voss, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Verbraucherzentrale Bremen, freute sich über die breite Zustimmung der Gläubiger und der Mitarbeiter, die den Plan mittragen. Wegen eines Fehlers vor Jahren bei Zahlungen an die Zusatzrentenversicherung für die Mitarbeiter musste die Verbraucherzentrale im Februar Insolvenz beantragen.

Von Florian Schwiegershausen   © Bremer Nachrichten

Veröffentlichung im InsolvenzPortal – Dr. SPONAGEL Rechtsanwälte wiederholt erfolgreich bei Sanierung

Für die insolvente „Geert Grüppen GmbH & Co. KG Baustoffhandel“ zeichnet sich unter Insolvenzverwalter Dr. Moritz Sponagel eine Investorenlösung ab. Für SPONAGEL Rechtsanwälte ist dies nur eine der zahlreichen erfolgreichen Unternehmenssanierungen seit nunmehr rund 10 Jahren.

Gute Nachrichten aus Niedersachsen: Insolvenzverwalter Sponagel verkauft die Grüppen-Gruppe an „Mayrose-Uelsen GmbH & Co. KG Baustoffhandel. Damit besteht der Standort Uelsen weiter fort. „Dass wir nun innerhalb so kurzer Zeit einen so passenden Bieter wie Mayrose Uelsen gefunden haben freut mich sehr,“ sagt Dr. Sponagel, Fachanwalt und Inhaber der Dr. Sponagel Rechtsanwälte. Das Insolvenzverfahren war am 1. März eröffnet worden. In den vergangenen Monaten gab es verschiedenste Gespräche mit Banken, Lieferanten und möglichen Investoren. Mit Mayrose-Uelsen wurde zwischenzeitlich der Kaufvertrag unterzeichnet. „Dies ist Eine schöne Entwicklung, insbesondere für die Mitarbeiter vor Ort“, so Moritz Sponagel.

Die Geert Grüppen GmbH & Co. KG Baustoffhandel ist ein traditionsreicher, mittelständiger Baustoffhandel aus der Grafschaft Bentheim und verzeichnet einen Umsatz von 30 Millionen Euro. Seit über 150 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen nunmehr mit dem Thema Bauen.

Auch Geschäftsausstattung und Lager-Vorräte (das sog. Anlage- und Umlaufvermögen) von Grüppen wurde an sämtlichen Standorten übernommen. „Unter den wirtschaftlich herausfordernden Umständen bei Grüppen ist dies insbesondere auch für die Mitarbeiter in Uelsen eine erfreuliche Entwicklung. Darüber hinaus haben, meiner Kenntnis nach, ein Großteil aller weiteren Mitarbeiter bereits neue Jobs in Aussicht“, erklärt Sponagel weiter.

Dr. Sponagel Rechtanwälte ist eine überregional tätige Kanzlei von Rechtsanwälten, Wirtschaftsjuristen und Sachbearbeitern mit über 40 Mitarbeitern an Standorten im Mittel- und Norddeutschen Raum. Die Kanzlei ist konsequent auf die Insolvenzverwaltung und Zwangsverwaltung ausgerichtet und hat ihre Leistungsfähigkeit unter der Federführung des Fachanwafts Dr. Moritz Sponagel seit rund 10 Jahren in mehreren tausend Insolvenzverfahren aus den verschiedensten Wirtschaftszweigen und Größenordnungen als (vorläufige) Insolvenzverwalter oder (vorläufige) Sachwalter unter Beweis gestellt.

Spezialisiert ist Moritz Sponagel insbesondere auf Insolvenzen in der Spedition, im Automobil- und Maschinenbereich, im Gesundheitswesen und in der Fortführung von Betrieben, sowie der Erstellung von Insolvenzplänen von natürlichen Personen. Unter anderem war die Kanzlei bereits federführend bei der Sanierung von bekannten, insbesondere regional verwurzelten, Unternehmen wie Timmer European Textile Service GmbH in Nordhorn, der Plock Elekto Gruppe mit mehreren Gesellschaften aus Leer und der Bäckerei B. Lübbers GmbH aus Leer beauftragt. Zurzeit ist Moritz Sponagel unter anderem im Verfahren der Auktionsplattform Trustbills als Insolvenzverwalter bestellt.

© InsolvenzPortal

Veröffentlichung im InsolvenzPortal – Investorenphase bei Trustbills-Insolvenz startet gut

Vor wenigen Wochen sorgte es für Überraschung in der Finanzszene: Die Insolvenz des FinTec-Startups Trustbills.

Jetzt meldet sich erstmals der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Moritz Sponagel, zu Wort. Er sagt: „Trustbills steht grundsätzlich auf guten Füßen, die Insolvenz hatte vor allem betriebsinterne Gründe.“ Auch das Geschäft läuft uneingeschränkt weiter. Trustbills befindet sich im Fokus, insbesondere auch weil sich mit DZ Bank und Deutscher Bank öffentlichkeitswirksame Investoren beteiligt hatten. Trustbills war 2015 gegründet worden, sitzt in Gütersloh und hat sich auf die Finanzierung von Handelsforderungen spezialisiert.

„Zwischenzeitlich befinde ich mich als vorläufiger Insolvenzverwalter in einer Vielzahl ausgesprochen vielversprechender Gespräche mit potentiellen Investoren“, so Sponagel. Diese kommen aus dem Banking-Sektor, insbesondere dem Fonds- und Finanzinvestoren-Umfeld.

„Grundsätzlich rechne ich damit, dass wir in den nächsten Monaten eine tragfähige Lösung für die weitere Zukunft von Trustbills finden werden,“ sagt Sponagel. Der Verwalter ist auf Unternehmenssanierungen spezialisiert, seine Kanzlei gehört bundesweit zu den führenden in der lnsolvenz- und Zwangsverwaltung. „Bemerkenswert finde ich, wie mutig Trustbills dieses neue Geschäftsfeld in den vergangenen Jahren erobert hat. Dass dies potentielle Investoren ebenso sehen, freut mich daher umso mehr.

© InsolvenzPortal

Veröffentlichung der Grafschafter Nachrichten – Grüppen-Stammsitz bleibt dicht

Baustoffhandel Mayrose führt nur Uelsen fort / Aus für Emlichheim und Nordhorn

EMLICHHEIM/UELSEN/ NORDHORN Ein halbes Jahr, nachdem der Baustoffhandel Grüppen aus Emlichheim Insolvenzantrag gestellt hat, sind erste Entscheidungen gefallen. Der Baustoffhandel Mayrose aus Meppen hat das Familienunternehmen gekauft. Fortgeführt wird aber nur der Standort an der Reithalle in Uelsen. Für den Grüppen-Stammsitz an der Bahnhofstraße in Emlichheim und die Niederlassung an der Westfalenstraße in Nordhorn-Blanke gibt es keine Zukunft.

Nachfolger der Geert Grüppen GmbH & Co. KG in Uelsen wird die Mayrose-Uelsen GmbH & Co. KG. „Es freut mich, dass wir einen finanzstarken Käufer gefunden haben“, berichtet Insolvenzverwalter Moritz Sponagel aus Bremen. Das Insolvenzverfahren war am 1. März eröffnet worden.

Grüppen hatte insgesamt etwa 80 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Teil davon wurde von Mayrose für Uelsen übernommen. „Meiner Kenntnis nach hat ein Großteil aller weiteren Mitarbeiter bereits neue Jobs in Aussicht“, teilte Sponagel mit. Das deckt sich mit GN-Informationen, nach denen kaum ein Mitarbeiter auf der Straße stehen musste. Viele hatten sich bereits seit Dezember um eine neue Stelle gekümmert.

Mayrose führt die Geschäfte in Emlichheim und Nordhorn zwar nicht fort, übernimmt aber die Geschäftsausstattung und auch die Waren aus allen Läden und Lagern. Die Liegenschaften in Emlichheim und Nordhorn gehören nicht zur Insolvenzmasse und befinden sich im Besitz der Grüppen-Eigentümerfamilie Konjer. Was mit ihnen geschieht, ist noch unklar, wahrscheinlich ist aber ein Verkauf. Die Fläche in Emlichheim liegt in zentraler Lage und gilt als „Filetstück“. Hier soll es bereits erste Pläne geben. Grüppen hatte nach GN-Informationen bereits seit Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen – auch ein Unternehmensberater konnte nicht mehr helfen. Neben Zahlungsausfällen größerer Kunden machten dem Unternehmen offenbar auch Altlasten zu schaffen. Grüppen hatte die Standorte Uelsen und Nordhorn vor einigen Jahren vom Baustoffhandel Hölter übernommen, der seinerzeit selbst ins Trudeln geraten war.

Von Andre Berens   © Grafschafter Nachrichten