Veröffentlichung in den Grafschafter Nachrichten – Kleiderbügel-Aufarbeiter „Timmer ETS“ meldet Insolvenz an

102 Arbeitsplätze bei dem Nordhorner Unternehmen in Gefahr / Bremer Insolvenzverwalter sieht „gute Chancen für Erhalt“

NORDHORN Der Nordhorner Kleiderbügel-Recycler „Timmer European Textile Service GmbH“ ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen hat bereits Ende September beim Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Damit stehen 102 Arbeitsplätze auf der Kippe. Der Bremer Rechtsanwalt und Betriebswirt Dr. Moritz Sponagel will den Geschäftsbetriebaber vorerst vollständig aufrecht erhalten.

Die „Timmer ETS GmbH“ war 1995 gegründet worden. Sie beschäftigt sich mit dem Sortieren und Wiederaufarbeiten gebrauchter Kleiderbügel für die Textilbranche. Die Bügel – früher reine Einweg- Produkte – werden bei „Timmer ETS“ sortiert und zur Wiederverwendung aufbereitet. Beschädigte Bügel werden zu Sekundär-Rohstoffen geshreddert. Aktuell verarbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben pro Jahr etwa 105 Millionen Kleiderbügel. Seit 2002 ist „Timmer ETS“ im Gewerbegebiet Nordhorn Süd ansässig, 2010 und 2013 wurde der Betrieb erweitert.

Am 20. September hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Moritz Sponagel bestellt. Er hat sich inzwischen einen ersten Überblick über die Situation des Betriebes in Nordhorn verschafft.

lm Moment gebe es „keinen Anlass zur Sorge“, teilt der Anwalt mit. Der Geschäftsbetrieb werde „im vollen Umfang aufrecht erhalten“. In einer ersten Betriebsversammlung seien alle 102 Mitarbeiter über die Fortführung des Geschäftsbetriebes informiert worden. Sponagel habe sichfür eine schnellstmögliche Insolvenzgeldvorfinanzierungder Löhne eingesetzt, sodass die Löhne fristgerecht ausgezahlt würden. „Die Mitarbeiter halten zu ihrem Arbeitgeber. Es ist gut, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen“, so Sponagel.

Eine Prognose über die langfristige Zukunft der „Timmer European Textile Service GmbH“ will der vorläufige Insolvenzverwalter aber nochnicht abgegeben. „Dazu ist es einfach noch zu früh“, so Sponagel. Erste Sanierungsmaßnahmen wurden bereits eingeleitet und Verhandlungen mit Lieferanten geführt. Dr. Sponagel: „Derzeit sehe ich gute Möglichkeiten für den Erhalt des Geschäftsbetriebes im Wege einer übertragenen Sanierung.“ Das heißt: der Insolvenzverwalter sucht einen Investor, der den Betrieb übernimmt und weiterführt.

Von Rolf Masselink    © Grafschafter Nachrichten